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Wir haben eben erst die Umfahrungsstrasse von Clorinda eingeschlagen, als wir nach einigen wenigen Kurven ueberraschend an den Argentinisch-Paraguayanischen Grenzuebergang gelangten. Es war mir nicht ganz klar, wie's weiter geht, denn der Grenzposten sah aus wie eine Mischung aus Autobahn-Zahlstelle, staubige LKW-Raststaette und einem Tuerkischem Bazar. Schon bald gab mir ein Uniformierter erste Anweisungen, die prompt durch einen zweiten Uniformierten 50 Meter weiter ins Gegensaetzliche wechselten. Am Paraguayanischen Zoll wars dann total unmoeglich, offizielle Zollbeamte von allerlei Parasiten der Buerokratie zu unterscheiden. Alle hatten sie ein bisschen Uniform, gefaelschte Ausweise und jede Menge guter Rat. Geldwechsel, Auto-Wasch, farbig gestrickte Tuecher, Hilfe beim Formular-Ausfuellen bis hin zur illegalen Grenzueberquerung per Boot fuer 300 Dollars, alles wurde uns gleichzeitig angeboten.
Mit Muehe konnten wir zwischen all den Ueberfluessigen einen Offiziellen ausmachen. Dieser Letzte hat uns dann informiert, dass Mama Chilenierin und Papa Schweizer wohl kein Visa braeuchten, jedoch unsere Kanadischen Kinder sehrwohl. Und schon wurden uns von den mithoerenden Parasiten diverse massgeschneiderte Loesungen angeboten. Wir hoerten uns durch die diversen Ratschlage durch, um dann in unserem Westfalia Schutz zu suchen und kehrtum ins Stadtzentrum zurueckzufahren. Dort wartete das Paraguayanische Konsulat, das uns hoeflich Prozess und Kosten erklaerte, um innert nuetzlicher Frist zwei Visas zu kriegen.
In der Mittagshitze und offiziellen Siesta-Ruhezeit habe wir unseren Spiessrutenlauf angefangen. Eine Stunde spaeter hatten wir je vier Passfotos von Yoska und Matilda (erstellt in einer Garage mit zwei tollen Piaggo Vespas) und zwei Fotokopien unserer Pass-Ausweise (dank der verstaendnissvollen Kioskfrau, die wir aus ihrem Mittagschlaf gelaeutet haben). Nach weiteren zwei Buerokratiestunden und einem Spaghetti-Plausch in unserem Westfalia vor dem Konsulat, hatten wir dann alle noetigen Stempel, Papiere und sogar Briefmarken. Sofort fuhren wir wieder los Richtung Grenzposten, um innert nuezlicher Frist nach Asuncion zu gelangen. Schlauer und mit entschlossener Miene schritten wir direkt and die richtigen Schalter. Prompt waren wir schon 30 Minuten spaeter heil auf Paraguayanischem Boden. Gackernde Huehner am Strassenrand und eine imposant gehoernte Kuh, die gemuetlich ueber die Strasse wackelte, waren unser Willkommens-Kommitee.
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